Aktuelles

Oktober 2010

Influenza-Grippe Schutzimpfung

Welche Personen sollen geimpft werden?

·        Alle gesunden Erwachsenen, die es sich nicht leisten wollen, an Influenza zu erkranken

 

·        Besonders gefährdete Personen

-         mit Herz- und Kreislauferkrankungen

(auch Bluthochdruck)

-         mit Stoffwechselerkrankungen

(z.B. Diabetes mellitus)

-         mit chronischen Erkrankungen der Atemwege

(Asthma bronchiale)

-         im Lebensalter über 60

-         in Rekonvaleszenz

-         in Berufsgruppen des öffentl. Lebens

(z.B.Gesundheitsberufe, Verkäufer, etc.)


Oktober 2010

Psychisch krank – eine Schande?

Laut Statistik leidet in etwa jeder vierte EU-Bürger im Jahr an einer psychischen Erkrankung, insgesamt beträgt das Risiko einmal im Leben psychisch zu erkranken  50 Prozent, betrifft also jede(n) Zweite(n).

Obwohl ungemein häufig, werden seelische Probleme wie Depression, Angst, Zwänge, Sucht, Isolation, Wahnvorstellungen usw. von vielen Menschen vor sich selbst und anderen so lange es geht versteckt und verheimlicht, werden als persönliches Versagen und Charakterschwäche fehlinterpretiert.

Viele dieser PatientInnen laufen von Pontius zu Pilatus in der Hoffnung, dass endlich jemand eine „anständige“, sozial akzeptable körperlich-organische Krankheit bei ihnen feststellen möge, suchen unermüdlich nach einer (organischen) Erklärung ihrer sich oft auch körperlich manifestierenden Leiden. Viel Zeit und oft auch viel Geld wird für unnötige Untersuchungen und Behandlungen (bis hin zu Operationen!) verschwendet, bevor ein passender Therapieansatz – sprich: Psychotherapie eventuell in Kombination mit geeigneten Psychopharmaka, ergänzt durch nicht leistungsorientierte Bewegungstherapie, Soziotherapie, Entspannungstrainung und Methoden zur Steigerung kreativen Ausdrucks – gewählt wird.

Angesichts der Häufigkeit psychischer Störungen scheint es hoch an der Zeit, alte Vorurteile zu überdenken und endlich zu einem nüchterneren, sachgerechteren und menschlicheren Umgang mit den Betroffenen und ihren Problemen zu finden.

Sind wirklich die Hälfte aller Menschen Charakter- und willensschwach, zu wenig fromm (die christlich-fundamentalistische Variante) oder gar „lebensunwert“
(wie es die Nationalsozialisten über psychisch Kranke gemeint haben)?

Wer würde Kopfschmerzen mit einem Hühneraugenpflaster behandeln und Schilddrüsenunterfunktion mit einem Mittel gegen Magenübersäuerung?

Warum also keine rechtzeitige und passende Therapie für psychische Störungen?

Die Behandlung von psychischen Störungen in den meisten der erwähnten Therapien erfordert vom Patienten sehr viel eigenes Engagement, sogar bei einer medikamentösen Behandlung – die oft über einen längeren Zeitraum erforderlich ist – ist als Beitrag die Einnahmedisziplin und das Ertragen von zumindest zu Beginn möglichen Nebenwirkungen erforderlich.

Optimal ist also wenn der Patient selbst Verantwortung für die Gesundung übernimmt und sich aktiv an dem Prozess der Heilung beteiligt, statt den Kopf in den Sand zu stecken, mit der Krankheit nichts zu tun haben zu wollen und die Behandlung in passiver Heilserwartung nur Experten zu überlassen.

Wenn aber die psychische Störung als Herausforderung verstanden wird, aktiv an der Lösung eigener Lebensprobleme zu arbeiten, liegt in der Krise gleichzeitig auch eine große Chance zu Reifung und Verbesserung der Lebensumstände.