Aktuelles

31.07.2015

Urlaub

Urlaub vom 17. Juli 2017 bis einschließlich 31.Juli 2017

Erste Ordination nach dem Urlaub am 1. August

Vom 10. Juli bis 15. Juli bin ich auf Fortbildung (in der Ordination gibt es eine ärztliche Vertretung), deshalb in dieser Woche keine Psychotherapie/Supervisionstermine

Ausgebrannt

Folgt man der Häufigkeit, mit der das Burnout-Syndrom in den Medien und in Alltagsgesprächen erwähnt wird, der Anzahl von Angeboten, die bereits ausgebrannten Menschen helfen oder das Ausbrennen verhindern sollen, so könnte man zur Auffassung gelangen, dass unsere schöne Alpenrepublik von einer wahren Burnout-Epidemie heimgesucht wird.

Das Burnout-Syndrom  (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) – ein Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, begleitet von Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen, Depression oder Aggressivität und erhöhter Suchtgefährdung – geht um in unserm Land und erfasst mittlerweile alle Berufsgruppen vom Automechaniker  bis zur Zahnärztin.
Ob das Phänomen „burn out“ tatsächlich in einem so erschreckendem Maße zunimmt, wie es den Anschein hat, darüber lassen sich leider keine seriösen wissenschaftlichen Aussagen machen, handelt sich bei dem Burnout-Syndrom aus Expertensicht doch gar nicht um eine Krankheit, sondern um ein Problem der Lebensbewältigung, das für sich alleine noch keinen Anspruch auf eine krankenkassenfinanzierte Behandlung mit sich bringt (dem entsprechend fehlen auch seriöse Statistiken).
Vorstellbar wäre ein Anstieg der Häufigkeit durchaus, ist ja in Zeiten des Turbokapitalismus und der Wirtschaftskrise gerade der besonders Burnout-gefährdete Sozialbereich besonders von Kürzungen betroffen und wird – bei generell höchst unsicheren Zukunftsperspektiven – überhaupt allenthalben versucht, aus immer weniger Arbeitskräften immer mehr an Leistung herauszupressen.

So umstritten die Diagnose „Burnout“ unter Fachleuten ist – gibt es doch wichtige Überschneidungen mit seelischen Erkrankungen wie Depression, Angststörungen u. a. m. – so beliebt ist sie in Laienkreisen.
Erhält man diese Diagnose, so beweist das doch immerhin, dass man ein idealistisch gesinnter, äußerst fleißiger Mensch ist, ein Opfer widriger Arbeitsbedingungen, vielleicht übel gesinnter Mitmenschen und der eigenen Gutmütigkeit, des nicht „Nein-Sagen-Könnens“, aber doch gleichsam geadelt als „(tragische(r) Held oder Heldin der Arbeit“.

So wahr und richtig das alles sein mag, ist es meist nur ein Teil der Wahrheit.
Die Bereitschaft, sich selbst bis zur totalen Erschöpfung auszubeuten und ausbeuten zu lassen, Pflicht und Leistung immer den eigenen Bedürfnissen, Interessen, wichtigen Beziehungen (Partner, Familienmitgliedern, Freunden.., also Faktoren unseres Lebens, aus denen wir Kraft beziehen könnten) voranzustellen, all das wurzelt in der Lebensgeschichte, das bringt man bereits mit, wenn man in die Arbeitswelt eintritt und nimmt man auch mit, wenn man den Job wechselt.
Niemand gerät ins Burnout, nur weil er oder sie viel arbeitet. Solange man die Arbeit als sinnvoll erlebt, den Eindruck hat, mit ihr etwas zu bewirken und Erfolge erlebt, ist das noch kein Problem. Insbesondre ist es kein Problem, wenn man es schafft, für sich so gut zu sorgen, dass andere Bedürfnisse und Interessen neben der Arbeit nicht zu kurz kommen – z. B. Liebe, Freundschaft, Hobbys, soziales oder politisches Engagement, Kultur, Naturerleben usw. ( im Englisch-sprechenden Raum bezeichnet man das mit dem Begriff „work-life-balance“ (Arbeits-Lebens-Gleichgewicht)).

Glaubt man sich selbst vom Burnout betroffen, so könnte es zu kurz greifen oder sogar verkehrt sein, nur den Job zu wechseln, eine Zeit auszusetzen und dann „kürzer zu treten“. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, gemeinsam mit entsprechend dazu ausgebildeten Personen eine diagnostische Abklärung durchzuführen und die Chance zu nutzen, sich selbst und die gesamte Lebenssituation gründlich anzuschauen und gegebenenfalls auch in eine lebensfreundlichere Richtung zu verändern.

Burnout – woran man es erkennt (Symptome):

•    Emotionale Erschöpfung (exhaustion oder fatigue):

Diese Erschöpfung resultiert aus einer übermäßigen emotionalen oder physischen Anstrengung (Anspannung). Es ist die Stress-Dimension des Burnout-Syndroms. Die Betroffenen fühlen sich schwach, kraftlos, müde und matt. Sie leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar.

•    Depersonalisierung:

Mit dieser Reaktion auf die Überlastung stellen die Betroffenen eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Klienten (Patienten, Schülern, Pflegebedürftigen, Teamkollegen oder Kunden) her. Das äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit und teilweise zynischen Einstellung gegenüber diesen Personen. Mit anderen Worten: Sie lassen die Probleme und Nöte der Klienten nicht mehr an sich herankommen und konzentrieren sich auf den sachlichen Aspekt der Beziehung. Die Arbeit wird zur reinen unpersönlichen Routine.

•    Erleben von Misserfolg:

Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken.
Es fehlen Erfolgserlebnisse. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering.
Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr.
Dies ist auch eine Folge der Depersonalisierung, weil die Betroffenen sich von ihren Klienten entfernt haben und auf deren Erwartungen nicht mehr wirksam eingehen können. Darunter leidet der Glaube an den Sinn der eigenen Tätigkeit.